18. September 2008 – A Fine Frenzy im Kurhaus (Baden-Baden)

Gestern war es endlich so weit: Das Konzert von A Fine Frenzy fand im Rahmen des SWR3 New Pop Festivals in Baden-Baden statt. Da an diesem Abend noch zwei weitere Konzerte stattfanden — darunter das von Amy MacDonald (“This is the life”, “Mr. Rock & Roll”) — sollte das Konzert erst um 23 Uhr beginnen. So blieb vorher noch genügend Zeit, um Coco zu treffen, durch die Innenstadt zu schlendern und andere Künstler auf der Videoleinwand zu bestaunen.

Etwa eine halbe Stunde vor Einlass begab ich mich auf den Weg zum Kurhaus. Zum einen hatte ich so eine recht gute Position bei Einlassbeginn, zum anderen war ich damit der Kälte entkommen, die draußen herrschte. Als dann der Einlass begann, stellte sich heraus, dass meine Position zwar an sich nicht schlecht war – allerdings schaffte es ausgerechnet auf dieser Seite die Crew nicht, die Absperrung zu lösen. Ein Meter nach links, dann ging es nach oben. Auf der Treppe begann ein Wettlauf um die erste Reihe, den ich nicht erwartet hätte. Aber trotzdem reichte es dann noch für die zweite Reihe Mitte, ohne Sichtbehinderung. So machen Konzerte Spaß. ;)

Zuvor war jedoch noch eine Stunde warten angesagt, die aber auch vorbei ging. Recht pünktlich begann SWR3-Moderatorin Nicole Köster mit der Anmoderation und erwähnte dabei auch den Auftritt von Sängerin Alison Sudol in der Serie “CSI: NY”. Und nachdem der Keyboarder und der Schlagzeuger/Gitarrist Platz genommen hatten, kam selbige dann auch auf die Bühne und die Show begann.

Sie begann mit “Come on, come out” und leitete dann zu “You picked me” über, einem meiner Lieblingssongs von ihr, der live sogar noch besser klingt. Es folgten drei eher ruhige, aber gefühlvolle Songs. Besonders “Ashes and wine” strahlte Gänsehautfeeling pur aus. Hin und wieder erzählt sie mal kürzere, mal etwas ausführlichere Geschichten zu den Songs und sich selbst (“You can call me ‘Ali’. This is how my friends call me.”). Abgesehen davon, dass dabei die Akustik nicht sonderlich gut war und ihre Stimme etwas im Applaus unterging, war sie gut zu verstehen. Ein klares Englisch, was ich bei einer Amerikanerin so verständlich nicht erwartet hätte.

Unter “Show” ist hier etwas anderes zu verstehen als beispielsweise bei Avril Lavigne. Die meiste Zeit saß sie einfach am Flügel. Trotzdem hatte das was und war mir lieber als Avrils Tänzerscharen. Wie die Rothaarige spielte, dabei mit hochhackigen Schuhe (fast) immer die richtigen Pedale traf und sich ihre Songs beim Spielen mit Freude mitlebte – das wirkte einfach “echt”. Sie wirkte irgendwie etwas schüchtern, freute sich nach jedem Song über den (verdienten) Applaus und bedankte sich brav beim Publikum. Kurzum: Sie wirkte rundum sehr sympathisch auf mich.

Nachdem die ersten sechs Songs allesamt auf ihrem ersten Album “One cell in the sea” enthalten waren, stellte sie ein Instrumental vor. Sie erklärte, dass der Song für viele Situationen passend sei, er sich aber durchaus auch als Schlaflied eignet. In der Tat klang er recht träumerisch, weshalb sie nach dem Song befürchtete, dass das Publikum eingeschlafen sei und machte deshalb mit “Liar, liar” weiter. Anschließend folgte der “fish song”, dem der Albumtitel entstammt: “The minnow & the trout”.

So langsam wurde es Mitternacht – und nur so lang sollte das Konzert gehen. Doch zunächst kam Ali zu dem Song, der sie bekannt gemacht hatte, die wunderschön traurige Liebesballade “Almost lover”. Am Ende des Songs forderte sie das Publikum auf, mitzusingen, was dann auch getan wurde (auch wenn es bei der Aufzeichnung schlecht zu hören ist). Dann kündigte sie auch schon “Rangers” als letzten Song an, ebenfalls einer meiner Favoriten und ebenfalls sehr schwungvoll gespielt (was sehr leicht an ihrer Frisur nach dem Song erkennbar war).

Da jedoch an einer der drei Kameras eine Setlist befestigt war, war zunächst noch ein Cover des Beatles-Songs “Across the universe” zu erwarten – was aber aus Zeit- oder sonstigen Gründen nicht so kam. Stattdessen wurde ein neuer Song gespielt, “What I wouldn’t do”, der sehr erfrischend wirkte und bei dem Ali nochmal so richtig auftaute und über die Bühne tanzte. Wenn sie diese Songqualität beibehält, wird das neue Album richtig toll. Für den Tag war hiernach allerdings dann endgültig Schluss.

Nachdem ich noch etwa 10 Minuten gewartet hatte, konnte ich dann auch noch die Setlist ergattern, die neben Alis Flügel gelegen hatte – mal wieder mit Fußabdruck. ;)

Setlist

Und nochmal abgetippt:

Come on come out
You picked me
Last of days
Think of you
Ashes
Borrowed time
Instrumental
Liar liar
Minnow
Almost lover
Rangers

Across the Universe
What I Wouldn’t Do

Nun freue ich mich schon auf den 25.10.2008, weil dort das Konzert in SWR3 latenight gezeigt wird. Mal sehen, ob ich mich entdecken kann. Und nach dem tollen Abend freue ich mich auch, dass sie am 30.11. nach Mannheim kommt – da müssen nun schnellstmöglich die Tickets gesichert werden. :) Hier übrigens ihr Tourplan:

14.11.2008, Köln, Gloria
16.11.2008, Berlin, ColumbiaClub
17.11.2008, Hamburg, Große Freiheit
18.11.2008, Hannover, Theater am Aegi
22.11.2008, München, Muffathalle
24.11.2008, Dresden, Schlachthof
30.11.2008, Mannheim, Alte Feuerwache

Es lohnt sich. ;) Bis dahin gibt es als Einstimmung noch die Highlights von gestern zum Anschauen.

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